Neckargemünd-Dilsberg.( kö)  Ein recht ungewöhnliches Konzert bot der vorletzte Abend bei den vierten Dilsberger Kammermusiktagen im Kommandantenhaus, als gleich zwei Klavierduos an zwei Klavieren ihre hohe Kunst hören ließen. Alle beiden Duos hatten bereits Auftritte im Kommandantenhaus, nun waren beide an einem Abend zugange.

 Die besten Klavierduos sind meist von Geschwistern oder Eheleuten geformt, weil dort die Gleichschwingung am Instrument besonders gut ausgeprägt ist. Diese beiden jungen Duos nun waren sogar  von Zwillingsgeschwistern  gebildet, alle vielfach mit Preisen ausgezeichnet.

Die erste Hälfte bestritten Sonja und Shanti Sungkono und begannen mit einem Werk des estnischen Komponisten Raimo Kangro. ,, Klimper‘‘ hat er dies nicht ganz unironisch genannt. Tollkühn jagend, galoppierend und einfach mitreißend kam diese Musik daher. Einen nicht minder herrlichen Spaß entwickelte das Duo aus Mozarts ,,Sonata facile‘‘, C Dur, die Edvard Grieg für zwei Klaviere bearbeitete, so dass diese keineswegs so leicht klang wie das Original. Mit romantischem Überschwang war die Klassizität dieser Sonate übermalt, wozu das Duo Sungkono reichlich Herz und Seele strömen ließ. Eine klanggewaltige Aufführung von Schostakowitschs Suite für zwei Klaviere op.6 gab es am Ende: Zwischen furiosem Feuerwerk und tiefem Gefühl wurde diese Musik stark ausgependelt, begeisterten die aus Indonesien stammenden Schwestern mit fesselnden Beschleunigungen und starkem spielerischen Temperament.


Nicht minder hingerissen waren die Zuhörer vom Auftritt  der Brüder Richard und Valentin Humburger, die beim hochangesehenen ARD-Wettbewerb in München vor drei Jahren einen Sonderpreis für die beste Interpretation von Mauricio Kagels ,,Capriccio auf zwei Klavieren‘‘ erhielten. Eben dieses Stück gewann auch hier schon burleske Wirkung. Seinen ausgeprägten Sinn für Farben, Stimmungen zeigte das Duo ebenso in vier Songs von Gershwin: hinreißend elastisch in der jazzigen Rhythmik, herrlich bluesig zudem. Und mit Ravels ,, La Valse‘‘ ließen die Brüder die Klänge und Walzerrhytmen in großen Wellen farbensatt anrauschen.

Etwas ganz besonderes bot die Zugabe, als sich die beiden Klavierduos zum achthändigen Spiel an die Flügel begaben: bei der Bearbeitung von Gounods ,, Faust-Walzer‘‘ und einem Ragtime von Scott Joplin. Bei dem pianistischen Feuerwerk geriet das Publikum gänzlich aus dem Kommandantenhäuschen.

 


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