Klassik: Klavier-Match mit vier Händen
11.12.2003
Die Auftritte von Sonja und Shanti Sungkono gleichen einem Tennisspiel. Besuchern an der Mittellinie fliegt der Kopf staendig von rechts nach links, ohne dass sie wüssten, welche der Zwillingsschwestern wohl die bessere Pianistin sei.
Die Sieger bei diesem Match waren die Zuhoerer, sofern sie sich am Ende nicht als Besiegte fuehlten. Denn das Spiel im Konzerthaus brauchte lange bis zum Erfolg. Die Sungkono-Schwestern hatten knifflige Stuecke aufs Programm gesetzt, etwa Bartóks sieben Vierhaender aus dem Mikrokosmos, mit schroffem Anschlag dargeboten. Die Haydn-Variationen von Brahms hatten den Anfang gemacht, gross, unerbittlich. Auch Mozarts D-dur-Sonate (KV 448) gehoert kaum zu jenen Werken, die als Antidepressiva taugen. Und Lutoslawskis Paganini-Variationen erstaunen vor allem durch die fantastische Technik. So blieben als Zugestaendnis ans Populaere nur Milhauds Scaramouche-Suite und ein nach traumhafter Ferne klingendes Stueck Debussys aus "L'Enfant prodigue". Insgesamt ein mutiges Programm, in dem die angehenden Williams-Sisters des Klaviers durch ihr voellig unaffektiertes Spiel beeindruckten. Wir warten ungeduldig aufs naechste Konzert. Und Wimbledon sicher auch.
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