"Wir haben uns ins Repertoire fur Klavierduos verliebt"

Guetersloh "Glock" Mitarbeiterin Comtanze Natmovic sprach mit Sonja und Shanti Sungkono vor dem Konzert (15.04.03).

Die Glocke - Wie sind Sie zum Klavierspiel gekommen?

S&S - Bei uns war das Elternhaus ausschlaggebend Unsere Mutter spielte selbst Klavier Alle sechs Toechter lernten das Klavierspiel und auch die Begeisterung fuer die Musik zunaechst von ihr.

Die Glocke - Sie beide kom men aus lndonesien. Dort ist die Musikkultur eine ganz andere als die europaeische. Bestehen die Klangwelten da gleichberechtigt nebeneinander und welchen Stel lenwert hat das Klavier?

S&S - Durch rund 300 Jahre Kolanialzeit sind die europaesche Einfluesse stark ausgepraegt Tatsaechlich stehen beide Kulturen gleichberechtigt nebeneinander. In der Schule wird beides gelehrt. Das KIavier ist das beliebteste Instrument.

Die Glocke - Wie kam es dass Sie Berlin als Ausbildungsort wachlten?

S&S - Wir hatten bereits Verwandte dort und so war Berlin nahe liegend. Zwei Jahre lang lernten wir zunachst die deutsche Sprache bevor wir dann 1994 das Musikstudium in der Hochschule der Kuenste aufnahmen.

Die Glocke - Seit wann musizieren Sie gemeinsam?

S&S - Seit 1996. Der Anlass war eine Pruefung bei der auch Kammer musik Pflicht war, Unser Lehrer brachte uns darauf, gemeinsam zu spielen und es hat uns grossen Spass gemacht. Wir haben uns in das Repertoire fuer Klavierduos regelrecht verliebt.

Die Glocke - Wann man die Besprechungen ueber ihre Kon zerte verfolgt, so liest man immer wieder von perfekter Symbiose. Empfinden Sie Ihre musikalische. Arbeit auch so?

S&S - Oft sind wir auch unterschiedlicher Auffassung, doch wir nehmen das Werk wichtiger als uns selbst, und das ist unser Weg zum musikalischen Konsens.

Die Glocke - Haben Sie eine besondere Vorliebe fuer eine bestimmte Stilrichtung oder einen Komponisten?

S&S - Eigentlich lieben wir alle Stuecke. Doch der Impressionismus liegt uns besonders nah nicht zuletzt auch deshalb weil dabei asiatische Einfluesse auf viele Kompositionen einwirkten.

Die Glocke - Gehoeren auch zeitgenoessische Kompositionen in Ihrem Repertoire?

S&S - Ja, in der Hinsicht sind wir sehr interessiert. Nicht selten kommen auch Komponisten mit ihren Werken auf uns zu.

Die Glocke - Wie sehen Ihre Zukunftsplane auf?

S&S - Als naechstes steht im Sommer unser letztes Examen an der Hochschule der Kuenste bevor. Danach ist das wichtigste Projekt die Aufnahme unserer zweiten CD. Und naturlich stehen auch viele Konzerttermine auf dem Programm. Aber noch ist alles genau geplaent. Wir lassen uns ueberraschen!

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