Da Klang die Musik doppelt so schön

Rainer Köhl (8.3.2004)

Neckargemünd-Dilsberg. Für die Gattung Klavierduo bedarf es einer besonderen Seelenverwandtschaft, einer Gleichschwingung, um die vierhändigen Geflechte in perfekterSynchronität zu meistern. Aus diesem Grunde werden die meisten Klavierduos von Geschwistern oder Ehepaaren formiert. Die Zwillingschwestern Sonja und Shanti Sungkono, die nun auf Einladung der Kulturstiftung des Rhein-Neckar-Kreises irn ausverkauften Kommandantenhaus Dilsberg auftraten,gehoren zu den arrivierten jungen Duos dieses Genres. In Berlin studierten die aus Indonesien stammenden jungen Künstlerinnen, haben reiche Konzerterfahrung im In -und Ausland ebenso wie Preise bei Wettbewerben gesammelt.

Mit Mozarts Variationen in G Dur begann das Duo, beglückte mit einer perfekten Gleichschwingung, wie wenn da in Wahrheit eine einzige Person spielen würde. Kräftig entschiedenes Spiel offerieten die beiden neben besselter Ausdruckskraft, Anmut und Innigkeit. Selten gespielt werden die " Variationen über ein Thema von Robert Schumann" von Johannes Brahms.Schönste Gesanglichkeit und tiefe Empfindung ließen die Schwestern dabei strömen-bei einem Spiel wie ein Herz und eine Seele. Kräftig glühen ließen sie es daneben in markant eingravierten Akkorden, in aufgewühlter Leidenschaft. Eruptive Energien ließen sie aufrauschen in einem Spiel, das musikantische Lust und Tiefsinn bestens einte.

Tschaikowskys "Dornröschen"-Suite (in der Bearbeitung von Rachmaninow) klang beim Anblik der beiden aparten Künstlerinnen noch einmal so schön. Ja es schien, als seien die schwarzhaarigen, dunkeläugigen Schönen selbst dem Märchen entsprungen. Den ganzen Zauber und Pracht diese Musik ließen sie klangstark tönen, ein rauschendes Fest brachten sie beim "Walzer" in Schwung. Gemeinsamer Atem ist Grundvoraussetzung, um die kleinen Verzögerungen oder Beschleunigung rund und elastisch zu gestalten. Dann zeigten sich Sonja und Shanti Sungkono geradezu vorbildlich. Für Schuberts Rondo in A-Dur war dies ebenso lebensnotwendig wie für Debussy (aus L'enfant prodique"), dessen flimmernde Farbenfläche bei den Schwestern in besten Händen waren.

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