Die Sungkonos debütieren in der Republik Indonesien

Von Mario Koch

Nachdem sie sich einen wohlklingenden Namen in Europa, Nord- und Südamerika geschaffen haben, planen die in Jakarta geborenen Pianistinnen Sonja und Shanti Sunkono endlich ihr Debüt in Indonesien. Die Zwillingsschwestern leben seit 1992 in Europa und haben an der Berliner Hochschule der Künste (die heutige Universität der Künste) von 1994 bis 2001 Klavier studiert.

Als Klavierduo konstituierten sie sich 1996 ebenfalls in Berlin. Das selbst auferlegte Exil brachte verschiedene Schwierigkeiten mit sich, besonders Sprachprobleme, aber es hat sich gelohnt. Die beiden werden bald wieder in ihr Heimatland kommen, ihr ihnen vorauseilender ausgezeichneter Ruf ist bereits hier angekommen. Man kann ohne zu übertreiben sagen, dass Sonja und Shanti Sungkono internationale Preise gesammelt und hervorragende Besprechungen in Zeitschriften über klassische Musik sowie Tageszeitungen auf der ganzen Welt erhalten haben. Wie einer der Kritiker feststellte, an zwei Klavieren spielend, „agiert das Paar als Ganzes. Vier Hände erwecken die Illusion, es mit einem ganzen Orchester zu tun zu haben."

Ihr künstlerisches Repertoire ist so breit gefächert wie ihr persönlicher Hintergrund, es reicht von Bachs Siciliana oder Schostakowitschs Concertino op. 94 bis bin zu McPhees Interpretation zeremonieller balinesischer Musik.

Am Mittwochabend haben die Indonesier Gelegenheit, ihre eigenen zu der langen Liste der Superlative zur Beschreibung ihres außergewöhnlichen Leistungsniveaus hinzuzufügen. Die Sungkono-Zwillinge werden im Hotel Dharmawangsa, Stadtteil Kebayoran Baru, Süd-Jakarta, bei einer Benefizveranstaltung, organisiert vom Rotary Club Menteng und Steinway Pianos Indonesia mit Unterstützung der deutschen Botschaft, auftreten.

In einem Interview mit The Jakarta Post erläuterte der deutsche Botschafter Joachim Broudré-Gröger das Interesse der deutschen Botschaft und der Veranstaltung. „Das Duo war uns von einem meiner Vorgänger, Heinrich Seemann, und von Steinway Pianos (letztere hatten bereits zu verschiedenen hochkarätigen Anlässen in Deutschland mit den Schwestern zusammengearbeitet) empfohlen worden."

„Sonja und Shanti kommen hierher als indonesische Berliner. Sie haben Deutschland zu ihrer musikalischen Heimat gemacht, ihr Vaterland wird indes immer Indonesien sein. Somit haben wir ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit unserer beiden Länder im kulturellen Bereich," sagte er. Auf das Benefizkonzert eingehend erklärte Broudré-Gröger: „Das Konzert soll Mittel für die Unterstützung der Tätigkeit des Rotary Club zugunsten von Kindern aus Familien mit geringem Einkommen erbringen." „Der Erlös der Vorstellung wird für die Finanzierung von lebensrettenden operativen Eingriffen am offenen Herzen bei Kindern aus Familien mit geringem Einkommen sowie für renovierungsbedürftige Schulen in Bogor verwendet," erläuterte er. „Da der Rotary Club mit der WHO (Weltgesundheitsorganisation) verbunden ist, haben wir eine zusätzliche Garantie, dass das Geld bei denjenigen ankommt, die es benötigen."

Sonja und Shanti bringen am Mittwoch Werke von Mozart, Debussy und Rachmaninow zu Gehör. Ihr Auftritt ist deshalb eine ausgezeichnete Gelegenheit, Weltklassepianistinnen zu hören und gleichzeitig von der Gesellschaft weniger Begünstigte zu unterstützen.

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